Die Philosophie der Rahmentrainingskonzeption (RTK) des DSV-Wasserspringen
Der Deutsche Schwimm-Verband e.V. (DSV) als Spitzenverband des organisierten Schwimmsports in Deutschland gehört mit seinen 18 Landesverbänden, rund 2.200 Vereinen und 560.000 Mitgliedern sowie fünf olympischen Sportarten (Beckenschwimmen, Freiwasserschwimmen, Synchronschwimmen, Wasserball, Wasserspringen) zu den größten Sportverbänden in Deutschland. Neben dem Breiten-, Freizeit- und Gesundheitssport und der hohen kulturellen Bedeutung des Schwimmens kommt dem Leistungssport (Spitzen- und Nachwuchsleistungssport) eine besondere Bedeutung zu, insbesondere im Hinblick auf die öffentliche Wahrnehmung.
Wasserspringen ist eine eigenständige Sportart im Deutschen Schwimm-Verband, die sich durch Akrobatik, Anmut und Ästhetik auszeichnet. Die Sportart ist unterteilt in 8 olympische Disziplinen (Kunstspringen 3m männlich und weiblich, Turmspringen männlich und weiblich, 3m-Synchronspringen männlich und weiblich sowie Turmsynchronspringen männlich und weiblich), darüber hinaus gibt es mit dem Kunstspringen vom 1m Brett männlich und weiblich, dem Mixed-Event 3m und dem Mixed-Event vom Turm sowie dem Team-Event 5 weitere Disziplinen. Im Wasserspringen werden Wettkämpfe in vielen verschiedenen Altersbereichen (vom Kindesalter bis zum hohen Seniorenalter) ausgetragen, es gibt eine Vielzahl von nationalen und internationalen Wettkämpfen und Meisterschaften.
Man kann die Sportart Wasserspringen sowohl hobbymäßig als auch leistungsorientiert betreiben, außerdem gibt es Wettkämpfe im Masterbereich.
Da die Sportart jedoch sehr trainingsintensiv ist, liegt das Hauptaugenmerk im DSV im leistungsorientierten Bereich. Dieser ist durch eine stetig zunehmende Wettbewerbsdichte in der absoluten Weltspitze gekennzeichnet und erfordert einen sehr frühzeitigen Einstieg in den Leistungssport mit der Bereitschaft schon im frühen Trainingsalter hohe Trainingsumfänge zu absolvieren.
Wasserspringen gehört zu den technisch-kompositorischen Sportarten, eine frühzeitige und umfangreiche Sichtung an allen Leistungszentren ist die Basis für eine künftige erfolgreiche Arbeit.
Jeder Altersbereich hat seine sportartspezifischen Zielstellungen, ein vom Sichtungsbereich bis zum Hochleistungsbereich gut durchdachtes Wettkampfsystem dient der Überprüfung der einzelnen Ausbildungsetappen.
RTK Wasserspringen (Rahmentrainingskonzeption Wasserspringen) versteht sich hier als digitale Plattform, die die Rahmentrainingskonzeptionen des DSV für die Sportart Wasserspringen beinhaltet und gleichzeitig allgemeine Aus- und Fortbildungsinhalte vermittelt.
Ein zentraler Baustein im Rahmen des Bildungskonzeptes des DSV ist die stetige Entwicklung eines dynamischen und digitalen Bildungsangebotes, in dem sich nun die RTK Wasserspringen als ein Baustein einreiht. Der DSV möchte fortlaufend neue Bildungsprozesse ermöglichen und effizient fördern. Durch die öffentliche, anwenderfreundliche Darstellung von Inhalten aus den DSV-Rahmentrainingsplänen sollen mittels dieser Plattform einer möglichst hohen Anzahl an interessierten Trainerinnen und Trainern der Zugang zur DSV-Trainingsphilosophie und -methodik ermöglicht werden. Neben der Philosophie der RTK-Wasserspringen werden dieAnforderungsprofile und Zieledieser Sportart näher erläutert. Es werden Einblicke gegeben zu Möglichkeiten der dualen Karriere und der sportgerechten Lebensweise.
Das Hauptitems dieser RTK Wasserspringen bildet die Ausbildungsetappen.Innerhalb des Hauptitems Ausbildungsetappenist der Kern des Rahmentrainingskonzeptes des DSV wiederzufinden. Die Rahmentrainingskonzeption berücksichtigt hierbei die jeweiligen Etappen von der Sichtung bis zum Hochleistungsbereich und basiert auf dem Strukturplan Wasserspringen 2024-2032. Hier werden sowohl altersgruppenübergreifende als auch altersgruppenspezifische Inhalte aufgeführt. Für die entsprechenden Trainingsabschnitte sind Anforderungsprofile und Zielstellungen formuliert.
Die Rahmentrainingskonzeption wird in den folgenden Kategorien differenziert dargestellt:
- Langfristiger Leistungsaufbau (LLA) mit den Ausbildungsetappen:
- Sichtung und Auswahl
- Grundlagentraining (GLT)
- Aufbautraining (ABT)
- Anschlusstraining (ANT)
- Hochleistungstraining (HLT)
Die physischen und psychischen Leistungsvoraussetzungen, entsprechende Trainingskennziffern der einzelnen Altersbereiche, Trainingsmittel und entsprechende Leistungsdiagnostiken bilden wichtige Untergruppen der RTK