Die jährlichen Auswertungen der Weltmeisterschaften, der Olympischen Spiele und der Europameisterschaften verdeutlichen, dass künftig nur noch solche Athlet*innen erfolgreich in der Weltspitze mitspringen werden, die eine sehr hohe Belastungsbereitschaft, Siegeswillen, große Trainingsdisziplin, ein hohes physisches Leistungsvermögen sowie die lückenlose Beherrschung der sportlichen Technik und Taktik aufweisen.
Basierend auf diesen Erkenntnissen müssen bereits bei der Sichtung von Talenten wichtige Leistungsvoraussetzungen und Charaktereigenschaften berücksichtigt werden, die im Laufe der sportlichen Ausbildung weiter trainiert und verbessert werden müssen.
1. Kraft (Maximalkraft, Schnellkraft, Kraftausdauer)
Die Kraftentwicklung konzentriert sich auf allgemeines und vielseitiges Krafttraining. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung der Schnelligkeitsfähigkeiten, der Sprungkraft, der Kräftigung der Hand- und Schultergelenke (vor allem für das Turmspringen) sowie auf der Ausbildung eines guten „Muskelkorsetts“, um die Belastungsverträglichkeit für das spezielle Training zu erhöhen, muskuläre Disbalancen zu vermeiden und die speziellen Anforderungen an Körperhaltung, Spannungsverteilung und Ausstrahlungskraft zu erfüllen.
Eine hohe Bewegungs- und Handlungsgeschwindigkeit sowie eine schnelle Situationserkennung und –verarbeitung sind auszubilden. Die dabei geschaffenen neuromuskulären Steuer- und Regelmechanismen besitzen Übertragbarkeitscharakter und müssen den perspektivischen Erfordernissen entsprechen.
2. Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit
Die Schnelligkeit zeigt sich im Wasserspringen vor allem als Bewegungsschnelligkeit. Ein schneller, explosiver Absprung vom Brett oder vom Turm ist endscheidend, um genügend Absprunghöhe für die Salti- und Schraubendrehungen zu gewinnen. Die Absprunghöhe sowie eine hohe Rotationsgeschwindigkeiten bei Sprüngen mit Mehrfachdrehungen sind neben einer sauberen Bewegungsausführung entscheidende Kriterien für eine hohe Qualität der Sprünge.
Die Reaktionsfähigkeit beschreibt die Fähigkeit, schnell auf äußere oder innere Reize reagieren zu können. Lageveränderungen in der Luft müssen erkannt und blitzschnell korrigiert werden, um den Sprung sauber ins Wasser einzutauchen. Auch die veränderten äußeren Bedingungen, wie zum Beispiel Lichtverhältnisse oder Hallengeräusche, im Freibad Wind, Sonne, Regen, erfordern eine schnelle Anpassung. Eine entscheidende Rolle spielt die Anpassung im Synchronspringen. Hier kommt es auf exakte gleiche Sprungausführung an, die eine ständige Anpassung an den Synchronpartner voraussetzt.
3. Beweglichkeit
Bei der Entwicklung der Beweglichkeit ist das Hauptaugenmerk auf die Schultergelenke für das Eintauchen und den Handstand, auf die Hüftgelenke für das Einnehmen der Ausführungsarten Hocke und Hechte, auf die Fuß- und Kniegelenke für die Haltung und auf die Wirbelsäule für die Schraubenbewegungen zu legen.
4. Koordination
Die Koordination ist eine der wichtigsten motorischen Fähigkeiten im Wasserspringen, da komplexe Bewegungen in kurzer Zeit präzise und kontrolliert ausgeführt werden müssen.
Hierzu zählen: